Ein improvisiertes Museum, eine Menge potenzieller Museumsdinge in der Schwebe zwischen Deponie und Vitrine, Museumsmitarbeiter*innen beim Objekt-Handling und ein Planungsraum, in dem internationale Kurator*innen, Forscher*innen, Künstler*innen oder Aktivist*innen in Recherchen, Diskussionen und erste Skizzen vertieft sind: Vier Abende lang werden außergewöhnliche Denker*innen im Rahmen der „Akademie des Verlernens“ der Wiener Festwochen vor Publikum Optionen für ein künftiges „Museum der Weltlosen“ entwerfen. Ihre öffentlichen Arbeitsgespräche bringen das Denken von Zeitgenossen auf der Bühne, die den – von Ausgrenzung geprägten – Kulturen der Welt(losigkeit) des 21. Jahrhunderts eine Geschichte geben wollen. Zeitgleich treten flüchtige Reste ihr museales Nachleben an und werden darauf vorbereitet, gezeigt zu werden.
Öffentliche Arbeitsgespräche zwischen Kunst, Kultur und Forschung im September im MQ
An vier Abenden im September treffen einander außergewöhnliche Denker*innen, Planer*innen und Kulturschaffende im Wiener Museumsquartier und beginnen, an einer neuen Idee zu arbeiten. Sie planen ein gemeinsames Projekt und notieren erste Skizzen. Sie treffen Annahmen und probieren Modelle. Analysen verwandeln sich in Prognosen und Theorien in künstlerische Praxis. Es ist ein Arbeitsgespräch über etwas, das noch nicht existiert: ein bislang unrealisiertes Projekt.
Künstlerisch-theoretischer Parcours zu den Choreografien des Spekulativen
Zum Abschluss des Projektes „TIMeSCAPES. Images and Performances of Time in Late Capitalism“ laden wir von Mittwoch 26.3 bis Samstag 29.3.2014 gemeinsam mit dem Tanzquartier Wien zu einer mehrtägigen Veranstaltung. Es werden Performances unserer Projektpartner gezeigt und es wird auch verbal spekuliert werden. Zudem gibt ein Workshop von BADco. (Zagreb) Einblick dramaturgische Arbeitsweisen in der Performancekunst.
Zu Gast am 21.10.2013 ab 19 Uhr: Peter Bexte und Wolfgang Pircher
Was Geld ist, steht heute angesichts einer vielerorts beobachteten Transformation des Kapitals wieder zur Diskussion. Eine andere, surrealistische Theorie der Münze und der Ökonomie entdeckt der deutsche Kunstwissenschaftler und Ausstellungsmacher Peter Bexte in Georges Bataille’s fast vergessenen, numismatischen Abhandlungen. Gemeinsam mit dem Wiener Philosophen und Geldtheoretiker Wolfgang Pircher wird er versuchen, in einer „Seriösen Séance“* den Surrealismus antiker Münzen und seine Relevanz für unser heutiges Nachdenken über das Geld heraus zu kitzeln.
Medium: Friedrich Tietjen, Termin: 17. Juli 2013, 19.00 Uhr, Volkskundemuseum
Nicht nur wir führen ein Leben mit den Dingen; auch sie führen eines mit uns - zumal wenn sie uns in Sammlungen umgeben; und entgegen der üblichen Annahme sind sie durchaus sprachbegabt: wenn wir die Ohren spitzen und Fragen stellen, dann können wir Antworten hören, die wir vielleicht ahnten, aber nicht wussten. Die „Seriösen Séancen“ sind der Ort, um mit solchem Sprechen und Hören zu experimentieren. An einem Tisch verrücken wir Objekte und Themen der Ausstellung bis sich verborgene Anziehungskräfte manifestieren.
Medium: Karin Harrasser. Termin: 29.5., 19 Uhr, Volkskundemuseum
Begleitend zur Ausstellung "Gelehrte Objekte? Wege zum Wissen. Aus den Sammlungen der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien" im Volkskundemuseum werden bei „Seriösen Séancen“ Objekte aus den Sammlungen befragt, zur Sprache gebracht, beschworen. Bei der 2. Mittwochs-Séance am 29.5. um 19 Uhr erprobt Karin Harrasser ihre medialen Fähigkeiten, um mit Text-Geistern und Geschichtsdingen in Kommunikation zu treten.
Am 10. April öffnet im Österreichischen Volkskundemuseum die Ausstellung "Gelehrte Objekte? Wege zum Wissen". Gezeigt werden Objekte aus den Sammlungen der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Science Communications Research zeichnet für 3 Gesprächsstationen ("Kabinett der Imaginationen") verantwortlich.